GEDANKEN

 

 

Kleine Sammlung an

nachdenklichen Kurzgeschichten

von Victoria Pröll, 2013

 

 

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Die Natur

(21. 04. 2013)

 

Die Natur zeigt so viele wunderbare Dinge. Angefangen von den Bäumen bis hin zu den Blumen. In der Natur ist nichts genau gleich. Kein Blatt sieht aus wie ein anderes und kein Baum hat exakt dieselbe Größe und gleich viele Blätter oder Nadeln wie ein anderer. Die Natur ist so wie sie ist. Sie ist ein Lebensraum für Tiere und wird vom Menschen bewundert. Sie ist ein Rätsel, denn niemand sieht, was sie als nächstes vorhat.

Der Mensch ähnelt der Natur. Kein Mensch sieht genauso aus wie ein anderer. Aber eine Frage stellt sich gerade wegen der Ähnlichkeit: Warum zerstört der Mensch dann die Natur? Es gibt viele Dinge die sich im Laufe der Zeit verändert haben. Früher gab es nur wenige Autos. Viele Familien hatten nur ein Auto, wenn überhaupt. Aber heute? Fast alle Familien haben mindestens eins. Wenn nicht sogar zwei oder drei. Dadurch ist das Verkehrsaufkommen größer und darum müssen immer mehr Straßen gebaut werden und darunter muss die Natur leiden.

Ich persönlich höre gerne Geschichten von früher. Wie das Leben noch draußen stattgefunden hat und nicht vor dem Fernseher. Früher, als man noch zu seinen Freunden gegangen ist und einfach gefragt hat was derjenige gerade macht, und nicht schnell eine SMS geschrieben hat.

Früher, als man noch Respekt hatte vor den älteren Menschen. Als Alkohol wirklich nur in Maßen getrunken wurde. Als Kinder auf ihre Eltern hörten und als man dankbar war, wenn man ein paar Schilling bekam. Wo das größte Glück und Freude in dem lag, was man hatte, und nicht in dem, was man sich wünscht. Als man Fußball mit einem echten Ball spielte und nicht mit einem Controller. Früher, als Freundschaft auch wirklich Freundschaft war.

 

  

Worte am falschen Platz

 

Es gibt so viele Dinge die gesagt werden müssen. Die Worte dafür sind alle vorhanden. Sie sind alle in meinem Kopf. Doch die Anordnung ist nicht wie sie sein soll. Die Kraft, um die Worte auszusprechen, fehlt. Sie ist einfach verschwunden. Verloren gegangen. Alles fühlt sich so schwer an. Als wäre es falsch auch nur ein Wort von sich zu geben. Jeder leiseste Ton fühlt sich fehl am Platz an. Doch diese Worte, all diese am falschen Ort existierenden Buchstaben und Zusammenfügungen, müssen gesagt werden. Ausgesprochen – ohne zu überlegen was richtig und was falsch ist. Einfach reden. Seinen Gefühlen Freiheit geben. Das Herz öffnen und es sprechen lassen. Doch wie soll das alles passieren, wenn doch rein gar nichts am richtigen Platz ist?

Vielleicht gibt es einen anderen Weg um zu sprechen. Ohne Worte. Ohne diese Unordnung im Kopf. Vielleicht verstehen dich andere auch, wenn du vor ihnen stehst und nichts sagst. Tränen können Worte eventuell auch ersetzen. Nicht zu sprechen muss doch nicht unbedingt bedeuten, dass man nichts weiß, oder? Möglicherweise ist es ein Zeichen des Genießens. Ein Zeichen der fehlenden Ruhe. Nichts sagen zu können ist also vielleicht gar nicht so schlimm. Doch es beengt. Es fühlt sich nicht nach Freiheit an. Der Atem, der immer so ruhig war, wird schneller und schwerer.

Wenn Worte nicht zum Aussprechen sind, warum kann man sie dann nicht einfach vergessen?

 

 

Lebe dein Leben

(22. 04. 2013)

Jeder Mensch ist anders. Darum lebt auch jeder sein Leben so, wie er es am besten findet. Natürlich gleichen sich manche Dinge, aber doch lebt jeder so, wie er sich wohlfühlt. Denn darauf kommt es an. Man muss sich wohlfühlen so wie man ist und wie man lebt. Denn wenn man sich nicht wohlfühlt so wie man ist, ist das Leben nicht leicht zu bestehen. Es gibt Tage und Phasen in denen man am liebsten nicht in den Spiegel sehen möchte und sich wünscht jemand anderer zu sein. Doch das ist nicht der richtige Weg.

Jeder Mensch ist auf seine eigene Art und Weise wunderschön. Keiner ist perfekt, aber das bedeutet nicht, dass man nicht wunderschön sein kann. Oft sieht man nur das Schlechte an einem selbst und alles Gute an den anderen. Doch alle Menschen haben etwas Gutes in sich. Manchmal nicht gleich sichtbar, doch trotzdem vorhanden.

Glaubt nicht, dass euch keiner mag, wenn das Gegenteil offensichtlich ist. Seht in den Spiegel und freut euch, dass ihr ihr selbst sein könnt. Das Leben ist vielleicht nicht immer leicht, aber jeder Schicksalsschlag hat seinen Grund. Sucht das Gute darin und alles lässt sich besser verkraften. Und Menschen, die lachen und das Glück im Leben sehen, sind erfolgreicher. Also, lebt euer Leben so, wie es euch gefällt. Und seid froh, dass ihr so seid wie ihr seid.

 

 

Vorurteile

(03. 03. 2013)

Ich hasse Vorurteile. Leute werden oft nur nach dem Aussehen beurteilt. Und oft werden die inneren Werte völlig vergessen. Wenn du nicht hübsch bist oder der „Mehrheit“ entsprichst, wirst du nicht leicht akzeptiert. Auch wenn dein Charakter nahezu perfekt ist, bekommst du oft weniger Chance ihn zu zeigen.

Vorurteile können auch sehr verletzen. Man bildet sich eine Meinung über jemanden. Nur leider ist sie oft falsch. Anstatt einfach zu fragen oder die Wahrheit herauszufinden, geht man dieser Person aus dem Weg, denn man weiß ja schon „etwas“ über sie.

Vorurteile zu bilden ist blöd, dieses dann aber weiterzusagen, damit andere diese auch glauben, ist blöder. Fast schon dumm. Also bildet euch keine Vorurteile über irgendjemanden. Lernt die Person kennen. Man weiß nie, wer dahinter steckt.

 

 

Frühlingsgefühle

(22. 04. 2013)

Du gehst durch die Straßen. Das einzige Licht kommt von den Straßenlaternen und den Millionen Sternen über dir. Obwohl die Sonne bereits vor ein paar Stunden den Himmel verlassen hat, ist es nicht kalt. Es weht kein Wind. Die ersten Blumen schauen aus dem Boden und bringen der Landschaft Farbe. Doch in der Nacht sieht man nichts von dieser Farbe, nichts von diesen grünen Grashalmen. Man sieht einfach nur Dunkelheit. Doch man spürt etwas. Frühlingsgefühle. Das Gefühl frei zu sein. Die Wärme und die Freude. Die Liebe.

Man hört den Frühling. Die Vögel, die ihre Lieder von den Dächern zwitschern. Der warme Wind, der durch die Haare weht. Doch in der Nacht ist es still. Keine Vögel zwitschern. Kein Wind, der dir durch die Haare weht. Einfach still.

Der Frühling ist da um draußen zu sein. Fußball zu spielen oder sich um den Garten zu kümmern. Spazieren zu gehen und all die Leute wieder zu sehen, die im Winter wie ausgestorben schienen. Doch nicht in der Nacht. In der Nacht ist niemand im Garten und kümmert sich um die Blumen oder spielt Fußball. Niemand kommt aus den Häusern und geht spazieren. Alles ist wie im Winter. Doch vielleicht ist es gerade die Nacht, die uns auf den Frühling vorbereitet. Die in uns die Frühlingsgefühle weckt.